Beitrag veröffentlicht am 16. Oktober 2019

Commerzbank schluckt Comdirect: Das ändert sich jetzt für Kunden

Firmensitz der comdirect ©comdirect

Pressefoto ©comdirect

Ende September hat die Commerzbank angekündigt, ihre Direktbank-Tochter Comdirect ganz zu übernehmen. Die geplante Übernahme ist Teil des Spar- und Strategieprogramms „Commerzbank 5.0“, mit der sich die Bank fit für die Digitalisierung machen möchte. Da sich die Geschäftsmodelle der beiden Banken immer mehr angleichen, wolle man zukünftig im Vertrieb und im Marketing auf eine Marke setzen, so heißt es von der Commerzbank. So sollen digitale und mobile Angebote besser weiterentwickelt werden. Bisher bieten etwa beide Banken ein Online-Girokonto an –  bei der Comdirect komplett ohne Kontogebühren, beim Mutterkonzern Commerzbank entfallen die Gebühren erst ab einem monatlichen Geldeingang von mindestens 1200 Euro.

Die Comdirect existiert seit 1994 und ist mit mehr als 2,6 Millionen Privatkunden eine der größten Direktbanken Deutschlands. Sie zählt mit zu den innovativsten und fortschrittlichsten Angeboten im Bereich Online-Banking. Die Commerzbank besitzt bereits jetzt 82 Prozent des Tochterunternehmens. Nach der Übernahme soll der Name Comdirect wohl als Produktname erhalten bleiben, beim Handel mit Wertpapieren.

Was bedeutet die Übernahme für Comdirect-Kunden?

Worauf sich Comdirect-Kunden zukünftig einstellen müssen, dazu hält sich die Commerzbank bisher bedeckt. Sicher scheint, dass das gewohnte Leistungsangebot der Digitalbank wohl bestehen bleibt. Dies gilt etwa für das Online-Girokonto. Kunden werden dann wohl das Online-Banking der Commerzbank nutzen, womöglich mit neuen Zugangsdaten. Ob das Konto weiterhin bedingungslos kostenlos zu haben ist, ist nicht bekannt. Von der Commerzbank ist bisher lediglich zu hören, dass man Leistungen zukünftig „differenzierter bepreisen“ möchte. Vermutlich bleibt das kostenlose Girokonto bestehen, möglicherweise wird dann aber ein Mindestgeldeingang erforderlich sein. Für Kreditkarte, Bankkarte und Tagesgeldkonto fallen möglicherweise demnächst Gebühren an.

Auf praktischer Ebene soll sich für Comdirect-Kunden allerdings nichts ändern. BIC- und Kontonummern werden wohl gleich bleiben. Und auch die Bank- und Kreditkarten können weiter genutzt werden. Ein Vorteil durch die Übernahme ergibt sich aber auch: So können Comdirect-Kunden zukünftig wahrscheinlich auf das Filialnetz der Commerzbank zugreifen. Das wird derweil allerdings ausgedünnt: Von den bestehenden 1000 Filialen sollen im Zuge des Sparprogramms etwa ein Fünftel geschlossen werden. 4300 Stellen sollen so abgebaut werden.

Kann ich mein Konto bei der Comdirect kündigen?

Wir raten Ihnen, zunächst erst einmal abzuwarten, wie sich die Übernahme konkret gestaltet. Natürlich halten wir Sie hier weiter auf dem Laufenden. Grundsätzlich ist es jederzeit möglich, ein bestehendes Girokonto zu kündigen. Seit einigen Jahren sind die Banken in Deutschland sogar verpflichtet, Ihnen einen kostenlosen Kontowechselservice anzubieten. Lastschriftaufträge, Daueraufträge und Terminüberweisungen werden dann automatisch übernommen. Die Bank, bei der Sie Ihr neues Girokonto eröffnen, übernimmt auf Wunsch sogar die Kündigung bei Ihrer alten Bank.

In unserer Tabelle haben wir Ihnen einige empfehlenswerte Girokonten zusammengestellt, die auch 2020 garantiert noch kostenlos bleiben:

AnbieterKontoführungKreditkarteMindesteingangPrämieAntrag
ING
0,00 €VisaNein
norisbank
0,00 €MasterCardNein100 € Bonus
DKB
0,00 €Visa (optional)Ja
1822direkt
0,00 €Visa oder MasterCardJa (1 €)100 € Bonus